Paartherapie

In der Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT) betrachten wir nicht einen der Partner als das „Problem“, sondern die Beziehung selbst ist die Klientin. Gemeinsam durchlaufen wir einen Prozess in drei Phasen, um aus alten Mustern auszubrechen und eine tiefe, sichere Verbundenheit (neu) aufzubauen.

  • Die Kennenlernphase (Assessment)

    Bevor die eigentliche Arbeit an den Phasen beginnt, schaffen wir eine sichere Basis für unsere Zusammenarbeit:

    • Allianz aufbauen: Wir knüpfen ein therapeutisches Bündnis, in dem sich beide Partner sicher fühlen.
    • Das Muster erkennen: Wir analysieren Ihre Interaktionen, die dabei entstehenden Emotionen und die Wirkung Ihres Verhaltens auf das Gegenüber.
    • Einzelsitzungen: In getrennten Gesprächen festigen wir das Vertrauen und blicken auf Ihre individuellen Bindungsgeschichten.
    • Ziele klären: Wir prüfen Ihre gemeinsame Motivation und die Kompatibilität Ihrer Erwartungen.
  • Phase I: Deeskalation – „Den Teufelskreis verstehen“

    In dieser Phase stoppen wir den negativen Kreislauf, in dem Sie sich oft gefangen fühlen.

    • Den Zyklus identifizieren: Wir arbeiten Ihren typischen „Tanz“ heraus – zum Beispiel, wenn ein Partner verfolgt und der andere sich zurückzieht.
    • Emotionen erschließen: Wir blicken unter die Oberfläche der Konflikte, um die dahinterliegenden, oft unbewussten Emotionen zu finden.
    • Der Zyklus als „Feind“: Das Ziel ist es, nicht mehr den Partner als das Problem zu sehen, sondern den negativen Zyklus als den gemeinsamen Feind und die Ursache der Entfremdung.
    • Ergebnis: Sie fühlen sich Ihrem Streitmuster nicht mehr machtlos ausgeliefert und entwickeln ein tieferes Bewusstsein füreinander.
  • Phase II: Veränderung der Positionen – „Das Band neu knüpfen“

    Hier gestalten wir Ihre Interaktionen aktiv um (das sogenannte „Bonding“).

    • Bedürfnisse aussprechen: Sie lernen, bisher ungesehene Bindungsbedürfnisse und Sehnsüchte zu identifizieren und Ihrem Partner gegenüber auszudrücken.
    • Wiedereinbindung des Rückziehers: Wer sich früher zurückgezogen hat, lernt nun, emotional zugänglich zu bleiben und aktiv um das zu bitten, was er braucht.
    • Erweichen des Verfolgers: Wer früher eher fordernd war, erhält Zugang zu seinen Bindungsängsten und begegnet dem Partner mit Verletzlichkeit statt mit Ärger.
    • Ein neues „Gegenmittel“: Durch diese neuen, sicheren Interaktionen entsteht eine tiefe Verbundenheit, die als Schutzschild gegen zukünftige Krisen dient.
  • Phase III: Konsolidierung – „Den neuen Weg festigen“

    In der letzten Phase übertragen wir die neuen Erfahrungen dauerhaft in Ihren Alltag.

    • Neue Lösungen finden: Da Sie sich nun sicher miteinander fühlen, lassen sich alltägliche oder alte Probleme wesentlich leichter und konstruktiver lösen.
    • Neue Rituale: Wir festigen die neuen, positiven Zyklen durch bewusste Bindungsrituale.
    • Abschluss der Therapie: Sie nutzen Ihre Beziehung nun aktiv als „sichere Basis“ und können flexibel auf die Bedürfnisse des anderen reagieren.
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